ASTHMA BRONCHIALE
Die Psychosomatik beim Asthma bronchiale
Diagnostik beim
Asthma bronchiale:
Beim Asthma
bronchiale liegt eine Übererregbarkeit des Bronchialsystems vor. Allergische,
entzündliche und genetische sowie psychologische Ursachen können gemeinsam
wirken. Häufig auftretend ist eine ganz oder teilweise Obstruktion (teilweiser Verschluss, Einengung) der tieferen Atemwege durch gereizte Schleimhäute. Diese Einengung ist die Folge eines Spasmus (Krampfes) der glatten Bronchialmuskulatur in den Lungen, einer geschwollenen Schleimhaut und einer Schleimzurückhaltung. Dadurch kann eingeatmete Luft nicht mehr schnell genug ausgeatmet werden. Durch den Rückstau, der nicht schnell genug abgeatmeter Luft kann es auf Dauer zu einer Lungenüberblähung (Emphysem) kommen. Das Lungen-Herz-System wird als Ganzes zunehmend überlastet und geschädigt.
Es handelt
sich beim Asthma bronchiale um eine schubweise auftretende Erkrankung. Im
symptomfreien Zeitraum ist die Lungenfunktion des Asthmatikers so gut wie normal.
Asthma
bronchiale: Allergisches Asthma bronchiale und nicht allergisches Asthma bronchiale, Feineinteilungen in unterschiedliche Allergietypen bzw. nicht allergische Asthmatypen (z.B. Anstrengungsasthma, Infektasthma, psychogenes Erregungsasthma) kommen hinzu. Asthma bronchiale kommt in jedem Alter vor, Kinder haben es häufig. Früh erkrankte Patienten haben eine über 50% Spontanheilungsrate. 0,3% - 3% sterben an einem akuten Asthmaanfall. Bei Menschen unter 40 Jahren kommen die allergischen Fälle häufiger vor, danach die nicht allergischen Fälle.
Psychologische
Einflussfaktoren spielen bei fast allen Formen eine wichtige Rolle. Asthma mit
ausschließlich psychologischen Auslösefaktoren ist ebenfalls bekannt. Die Asthmatherapie gliedert sich in eine hochdifferenzierte internistische Komponente und eine ebenso bedeutsame psychotherapeutische Komponente.
Dies liegt
darin begründet, dass Asthma bronchiale zu den sogenannten Organkrankheiten mit
psychosozialer Komponente gezählt wird. Diese Krankheitsgruppe, auch
Psychosomatosen genannt, ist gekennzeichnet durch eine große Wechselwirkung
zwischen psychologischen und organmedizinischen Ursachen. Verschiedene Theorien (z. B. von Alexander) vermuten einen tiefen Wunsch des Asthmapatienten nach beschützt werden. Sowohl die zurückweisende Mutterbindungen in der Kindheit, als auch die überbeschützende und einengende Mutter sind in der Literatur wiederholt beschrieben worden. Beide Extreme der für Kinder sehr bedeutenden Mutterbeziehungen können als Ambivalenzkonflikt eine hohe innere Anspannung erzeugen, aus dem Wunsch sich ganz anzuvertrauen bei gleichzeitiger großer Angst verschlungen zu werden. Emotionale Äußerungen von Wut, Ärger und Zorn werden bei Asthmatikern verdrängt. Die Unterdrückung dieser negativen Gefühle, aber auch von positiven Gefühlen wie Zärtlichkeit, erzeugt aus dem Ambivalenzkonflikt im symbolischen Sinne ein „Luft anhalten“.
Dies spiegelt
sich auf körperlicher Ebene bei den Asthmatikern durch die behinderte Ausatmung
wider.
Verschiedene
andere Beobachtungen bei Asthma-Patienten beziehen sich auf deren
Charaktereigenschaften. Bekannt sind eine generelle aggressive Hemmung mit
Ausdruck eigener Affekte und Impulse, eine Tendenz zu mehr zwanghaften Anteilen
wie übertriebene Sauberkeit, Eigensinn, Sparsamkeit und Eigenwilligkeit.
Psychologische
Auslöser für Asthma-Anfälle können Situationen sein, die den
Ambivalenzkonflikt auf feindlich-aggressivem Verhalten/zärtlich-hingebungsvollem
Verhalten mobilisieren. Offene Affekt-Äußerungen können Überängste aus der
starken Mutterbindung mobilisieren mit der Befürchtung, dass diese
verinnerlichte Mutterbeziehung gefährdet wird, was als subjektive existentielle
Bedrohung erlebt.
Die Komplexität
der möglichen Ursachen und zu Grunde liegenden Konflikte bedarf einer
multimodalen Therapie. Damit ist ein vielschichtiger therapeutischer Ansatz
gemeint, der nicht im Sinne einer zu starken Verallgemeinerung ein starres
Ursachenmuster annimmt, sondern sich dem betroffenen Menschen so individuell wie
möglich annähert. In einer kombinierten psychotherapeutisch-organmedizinischen Therapie kann der Arzt sich v.a. auf die Mutterbindungsproblematik beziehen und auf eine Nähe-Distanz-Problematik eingehen.
Das Wissen um
eine mögliche Konfliktsituation beim betroffenen Asthmatiker kann die nötige
Medikamentenmenge erheblich reduzieren (besonders Cortison). Damit steigt
wiederum die Mitarbeitsbereitschaft des Betroffenen. Therapie des Asthma bronchiale in der Hardtwaldklinik
II In der Hardtwaldklinik II kommen neben einer intensiven internistischen Therapie eng verknüpft psychotherapeutische Methoden zur Anwendung. Aufgrund der oben beschriebenen körperlich-seelischen Verursachung der Erkrankung ist es sinnvoll, die Ursachen des Asthma bronchiale mit entsprechend psychosomatischen und psychotherapeutischen Methoden zu behandeln.
Das bedeutet,
dass im Rahmen der Psychotherapie die zugrunde liegenden Konflikte, negative Gefühle
und Belastungen, wie Ängste und unbewusste Aggressivität aufgedeckt und dem
Patienten bewusster gemacht werden. Der Betroffene soll allmählich lernen, mit
diesen Gefühlen anders umzugehen und konstruktivere und sinnvollere Lösungsmöglichkeiten
zu finden. In einer Psychotherapie werden sowohl lebensgeschichtliche Ursachen
und erlernte Verhaltensmuster, wie auch die aktuelle Lebenssituationen des
Asthma-Patienten mit einbezogen. Als wirksam haben sich erwiesen eine
Kombination aus psychotherapeutischen Einzel- und Gruppenverfahren, kombiniert
mit dem Erlernen von Entspannungstechniken und einer veränderten Lebensführung.
In der
Hardtwaldklinik II werden diese psychosomatisch-psychotherapeutischen
Behandlungen im stationären Setting konkret umgesetzt. Da psychische Entwicklungsprozesse nicht nur Wochen, sondern in der Regel Monate an Zeit brauchen, wird eine längerfristige ambulante psychotherapeutische Weiterbehandlung im Anschluss an die stationäre Therapie empfohlen und mit dem Patienten besprochen. Die Überlegenheit der Kombination psychosomatischer und organmedizinischer Therapie bei den Psychosomatosen und besonders bei Asthma bronchiale hat sich gut bewährt. Ihr Team der HWK 2
Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht Ihnen unser Chefarzt im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz.
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